Der Kampf um den Drachen: Heimsieg beim Nibelungenturnier

Seit 31 Jahren richtet die Hockeyabteilung der Bayreuther Turnerschaft das Nibelungenturnier aus. Vergangenes Jahr musste es wegen Corona ausfallen. Am zurückliegenden Wochenende ging es also zum 30. Mal um den Turniersieg und den Kampf um den Drachen. 38 Teams der Altersklassen U8 und U10 kamen aus ganz Deutschland nach Bayreuth. 72 U10-Spiele und 90 U8-Spiele standen auf dem Programm, in deren Verlauf 610 Tore fielen. 40 davon für das Team BTS 1 der U10-Mädchen, die ungeschlagen Turniersieger wurden – der erste Sieg einer Heimmannschaft seit dem Jahr 2014.

Knapp eine Woche vor dem ersten Anpfiff stand der Wettbewerb der Altersklasse U10 allerdings erst einmal in Frage. Vorgesehen war dafür die Turnhalle am Roten Main, die aus vielen guten Gründen aber kurzfristig als Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge eingerichtet wurde.

RWG als Ersatz für die TaRM
Dank enormer Hilfe und Flexibilität vieler Seiten, allen voran des Bayreuther Sportamts, konnte aber genauso kurzfristig Ersatz gefunden werden. Als zweite Halle neben dem Sportzentrum richteten viele Helfer die Turnhalle des Richard-Wagner-Gymnasiums (RWG) für das Turnier her. Sie ist zwar zu kurz für Hockey, aber die Bedingungen waren für alle gleich und jeder wusste warum: Daher gab es kein einziges böses Wort, sondern viel Lob und Dank aller Teams, dass sie teilnehmen konnten.

Strenge Einlasskontrollen
Das Turnier war als 2Gplus-Veranstaltung geplant und wurde trotz zwischenzeitlich erfolgter Lockerungen der Corona-Regeln so durchgezogen. Zusätzlich testeten sich alle, die die beiden Turnhallen betreten haben, an jedem Turniertag selbst. So konnten die Teams im Wissen, für die eigene Gesundheit und die aller anderen das Bestmögliche getan zu haben, befreit aufspielen.

Starke Wettkämpfe
Die besten Ergebnisse erzielte die BTS bei den Mädchen. Neben dem Turniersieg der wU10 schafften auch die wU8 mit ihrem dritten Platz den Sprung auf das Podest. Erster wurde hier ASV München. Die Dichte guter Spielerinnen ist bei den Älteren schon ausgereifter: BTS 2 gelangen bei den wU10 zwei Siege und zwei Unentschieden, damit ließen sie drei Teams hinter sich und landeten auf Rang sechs, während die zweite Mannschaft der jüngsten Mädchen noch keinen Sieg holte.
Extrem spannend gestaltete sich der Wettkampf der mU8. Die Plätze ein bis fünf waren bis zu den letzten Paarungen offen. Den Turniersieg holte sich am Ende das Team der TSG Heilbronn. Beide BTS-Teams hielten gut mit und holten die Plätze fünf und sechs.
Im starken Feld der mU10, in dem sich Chemnitz durchsetzte, erzielte BTS 1 zwei Siege und ein Unentschieden und landete auf Platz sieben, BTS 2 auf Platz neun.

Heißer Drachenwettbewerb
Fast noch wichtiger als der Sport ist beim Nibelungenturnier traditionell der Kampf um den Anfeuerdrachen. Den bekam einst, vor Corona, immer das Team, das am lautesten und mit dem größten Durchhaltevermögen die anderen unterstützt. Für dieses Jahr gab es einen neuen Wettbewerb, diesmal stand vor allem die Kreativität im Vordergrund: Jedes Team gestaltete ein Anfeuer-Banner. Der Drache ging im Sportzentrum an das Team BTS 2 der Jungs, im RWG an die Mädchen von Rotation Berlin. Laut und stimmungsvoll war es in den Hallen übrigens trotzdem. Denn Anfeuern geht tatsächlich auch mit Maske besser als gedacht.

33 Jugend-Schiris vor Ort
Als Schiedsrichter der 162 Spiele des Turnierwochenendes waren pro Begegnung je zwei jugendliche Hockeyspielerinnen und -spieler der Altersklassen U12 und U14 im Einsatz, die in den lauten Hallen bemerkenswert gut den Überblick behielten. „Dass jeder Spieler auch pfeift, gehört beim Hockey dazu – und ist ein toller Beitrag für das Gelingen solcher Events, wie sie die Bayreuther Hockeyfamilie mit großer Unterstützung von Stadt und Sportamt zwei Mal im Jahr auf die Beine stellt“, sagt Abteilungsleiter Matthias Schneider.

Viel Lob und Dank
Von den Gastvereinen gab es für Ablauf und Organisation im Nachhinein sehr viel Lob. Alle waren glücklich, ein großartiges Sportwochenende erleben zu können. Zum Gelingen trugen indes viele bei. Die BTS-Volleyballer zeigten uns am Freitagabend, wie der Tribünenaufbau im RWG funktioniert, ein netter Putzmann verstand auch ohne gemeinsame Sprache, was wir alles brauchen, die Hausmeister waren in jeder Lage eine Hilfe, der Caterer verlegte die Essensausgabe am Sonntag kurzfristig ins RWG und vor allem haben die BTS-Spielereltern in jeder Lage unermüdlich zugepackt.

„DANKE!!“, sagt euer NLT-Orga-Team

 

Die Ergebnisse im Überblick:

wU10: 1. Bayreuther TS 1 (40:4 Tore / 24 Punkte); 2. HLC RW München (29:8; 19); 3. Berliner HC (24:11 / 19); 4. SG Rotation PrenzlBerg Berlin (23:9 / 15); 5. ASV München (19:20 / 9); 6. Bayreuther TS 2 (9:21 / 8); 7. TSV Grünwald (3:19 / 4) 8. Grasshoppers Höhenkirchen (7:32 / 4); 9. Chemnitz Hockey (4:34 / 3).

mU10: 1. Chemnitz Hockey (25:10 Tore / 20 Punkte) 2. TSV Grünwald (23:9 /19); 3. Berliner HC (22:12 / 15); 4. SG Rotation PrenzlBerg Berlin (19:10 /14); 5. HLC RW München (14:12 / 13) 6. TSG Heilbronn (11:14 / 9); 7. Bayreuther TS 1 (9:13 / 7); 8. Turngemeinde in Berlin (TiB) (7:23 / 7); 9. Bayreuther TS 2 (2:29 / 0).

wU8: 1.ASV München (36:2 Tore / 27 Punkte); 2. HC Heidelberg (34:6 / 24); 3. Bayreuther TS 1 (37:10 / 21); 4. HLC RW München (33:10 / 18); 5. TSG Heilbronn (9:21 / 13); 6. TSV Grünwald (9:15 / 10); 7. TV 48 Schwabach (9:22 / 6); 8. Chemnitz Hockey (3:16 / 6); 9. Turngemeinde in Berlin (2:19 / 5); 10. Bayreuther TS 2 (0:51 / 0).

mU8: 1. TSG Heilbronn (35:4 Tore / 27 Punkte); 2. HLC RW München (19:13 / 17); 3. ASV München (15:15 / 17); 4. Turngemeinde in Berlin (16:10 / 16); 5. Bayreuther TS 1 (20:17 / 15); 6. Bayreuther TS 2 (20:16 / 13); 7. Turngemeinde in Berlin (10:11 / 10); 8. TV 48 Schwabach (7:19 / 7); 9. Chemnitz Hockey (4:18 / 4); 10. TSV Falkensee (2:25 / 0);

ral

 

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