WJB bei der Süddeutschen Meisterschaft

Die weibliche Jugend B der Bayreuther Turnerschaft spielte am vergangenen Wochenende bei der Süddeutschen Meisterschaft im pfälzischen Frankenthal. Die Bayreuther waren als Viertplatzierte der Bayerischen Meisterschaft spielberechtigt, da HG Nürnberg und der Münchner SC auf ihre Teilnahme verzichtet hatten. So durfte die BTS zusammen mit dem Bayerischen Meister ESV München den Bayerischen Hockeyverband gegen jeweils zwei Mannschaften aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vertreten. Die ersten drei Mannschaften der Süddeutschen Meisterschaft sollten das Ticket für die Deutsche Meisterschaft in Krefeld erhalten, so die Ausgangsposition. Für die Bayreuther Turnerschaft, so viel stand von vornherein fest – war im Feld der mit Nationalspielerinnen gespickten Teams der ganz großen Hockeyvereine alleine schon das Dabeisein ein Erlebnis – einerseits eine Standortbestimmung und andererseits die Gelegenheit, sich mit den absoluten Spitzenmannschaften der deutschen Hockeyszene zu messen.

Am Samstag spielte man im Modus „Jeder gegen Jeden“ in zwei Vierergruppen um die Platzierungen, während das Turnier am Sonntag mit den Final- und Platzierungsspielen seinen Höhepunkt fand. Viele Teams waren mit einem eindrucksvollen Anhang von Schlachtenbummlern angereist. Die Bayreuther hatten neben Trainer Maxi Lüschow, der Familie Grabl-Netscher, den Betreuern Julia Prechtl und Michael Schuster und dem Fotografen zumindest die WJA-Spielerinnen Lena Schuster und Janna Popp zur Anfeuerung dabei. Zum Zuschauen verurteilt war leider auch die WJB-Spielerin Nike Schneider, die bei der Bayerischen Meisterschaft vor zwei Wochen einen Fingerbruch erlitten hatte und auf dem Feld als Leistungsträgerin ihres Teams schmerzlich vermisst wurde. Vermisst wurde auch Coach Stefan Lischkowitz, der mit Grippe ausgefallen war und nicht mitreisen konnte. Um die personelle Situation etwas zu verbessern, hatte Coach Maxi Lüschow drei Spielerinnen der Mädchen A mit in die Rheinpfalz genommen.

Los ging es für das junge Bayreuther Team gegen den hessischen Meister Wiesbadener THC. Der Gegner, der später im Halbfinale den Favoriten Mannheimer HC in starke Bedrängnis bringen sollte, präsentierte sich sehr kompakt und auf allen Positionen mehrfach gut besetzt. Das sichere, schnelle Kombinationsspiel der Wiesbadener überforderte die Bayreuther Abwehr eins ums andere Mal, und so stand es nach bis Mitte der ersten Halbzeit bereits 0:3. In der zweiten Halbzeit standen die Bayreuther Spielerinnen defensiv wesentlich stabiler und geordneter und ließen keine Gegentreffer mehr zu, sie konnten aber selbst nur einmal wirklich gefährlich durch Lara Netscher vor dem Wiesbadener Tor aufkreuzen.

Im zweiten Spiel ging es gegen den Gastgeber, die TG Frankenthal. Vielleicht ließ man sich diesmal von den Frankenthaler Fans, die für eine bundesligareife Kulisse sorgten, etwas beeindrucken. Denn wieder verpassten die Bayreuther eine guten Start und lagen zur Halbzeit mit 0:3 im Rückstand. Die während des gesamten Turniers überragende Bayreuther Torhüterin Emily Prechtl musste zweimal im Herauslaufen auf Kosten eines Fouls retten. Ging der erste Siebenmeter zum 0:3 ins Netz, hielt Prechtl den zweiten resultierenden Siebenmeter souverän. Die aus der zweiten Aktion resultierende einminütige Zeitstrafe brachte die Mannschaft in Unterzahl über die Zeit, ohne den Gegner auch nur in die Nähe des Schusskreises kommen zu lassen. Die Unterzahl war zugleich der Wachmacher für das Bayreuther Team, das in der Folge zielgerichteter agierte und besser kombinierte. Half aber alles nichts – auch die zweite Halbzeit entschied Frankenthal in eigener Halle knapp für sich. Gegen Ende konnte die BTS den Gegner zu Fehlern im Spielaufbau verleiten und immer wieder kontern. Schließlich doch der Ehrentreffer für die BTS: Deborah Schimmöller konnte in der 27. Minute auf Vorlage von Hannah Kraus am Ende auf 1:5 verkürzen – und das direkt vor den Augen der sich permanent außer Rand und Band befindenden Heimfans, die dadurch zumindest für den Moment hörbar leiser wurden.

Die Geschichte des Spiels gegen Ludwigsburg ist schnell erzählt: die BTS-Mädchen hatten den unglücklichen und hektischen Spielverlauf gegen Frankenthal mit zwei Siebenmetern und fünf Strafecken noch in den Knochen und waren gegen Ludwigsburg über weite Strecken chancenlos. Dabei half es natürlich nicht, dass man bereits in der zweiten Minute den ersten Gegentreffer kassierte. Zur Pause stand es 0:5. Im Verlauf der zweiten Hälfte hatte das Bayreuther Team die Defensive zunächst wesentlich besser im Griff, und die Tore fielen nicht mehr im Zwei-Minuten Takt. So ging man mit 0:6 in die letzte Spielminute, in der Ludwigsburg dann allerdings noch zweimal den Ball im Bayreuther Tor unterbrachte.

So war es fast ein Segen dass sich das Teamquartier im benachbarten Ludwigshafen befand, wo die Mannschaft erst einmal ein wenig Abstand zum ersten Turniertag fand. Beim gemeinsamen Essen in einer Pizzeria am Rheinufer war die Stimmung wieder gut und die Klatsche im letzten Spiel weitgehend abgehakt. Am nächsten Tag ging es in die Entscheidungsspiele und die Plätze 5 bis 8, für das sich das Team von Trainer Maxi Lüschow auf jeden Fall eine deutliche Leistungssteigerung vorgenommen hatte.

Nach einem ordentlichen Frühstück ging es zurück nach Frankenthal, wo bereits um 9:30 Uhr das erste Spiel gegen den TSV Schott Mainz stattfand. Vermutlich war der Cappuccino und die heiße Schokolade des Ludwigshafener Hotels allerdings nicht stark genug, um den gewünschten Aufwacheffekt zu erzielen, denn schon wieder ereilte die BTS-Mädchen ein ähnliches Schicksal wie in den Spielen zuvor: man geriet bereits nach 45 Sekunden in Rückstand. Ebenfalls an der frühen Stunde könnte es gelegen haben, dass der Schiedsrichter übersah, dass dem 0:2 nach nur 4 Minuten eine klare Mainzer Regelwidrigkeit vorausging. Jedenfalls war dieser Schiri-Fauxpas bereits die Vorentscheidung in diesem Spiel, das ansonsten absolut auf Augenhöhe geführt wurde. Ein bravourös kämpfendes Bayreuther Team hätte mit einem Pfostenkracher von Deborah Schimmöller in der 26. Minute fast noch einmal für echte Spannung gesorgt. So aber blieb das Abschlussglück verwehrt und es blieb trotz deutlicher Steigerung beim für die Mädchen unerfreulichen 0:2.

Es bestand also nur noch eine Chance, den heiß ersehnten ersten Sieg bei der „Süddeutschen“ einzufahren. Im letzten Spiel hieß der Gegner Rüsselsheimer TK. Und man hatte sich auf Bayreuther Seite einiges vorgenommen. „Lauter“ wollte man sein, mehr miteinander reden und natürlich taktisch und kämpferisch noch besser spielen. Die Rüsselsheimer boten den Bayreuther Spielerinnen die paar Meter mehr Raum, die sie brauchten, um wirkungsvoll zu kombinieren. Endlich fand man zurück zu einem starken Passspiel und ließ den Ball und den Gegner schön laufen. Doch das aller wichtigste war, dass die „Seuche“ des frühen Gegentores diesmal ausblieb. In der 8. Minute war es Sarah Schuster nach Zuspiel von Paula Kraus, die die Kugel im Rüsselsheimer Tor unterbrachte und damit den Bann brach. Und in der 20. Minute gelang Hannah Kraus nach unzähligen Bayreuther Chancen das erlösende 2:0, als sie einen Abpraller der Rüsselsheimer Torhüterin verwerten konnte. Dass sich 10 Minuten mit einer 2:0-Führung auch hinziehen können wurde den Bayreutherinnen spätestens in der 27. Minute klar, als die Rüsselsheimerin Nele Sack nach einem schönen Alleingang über das gesamte Feld zum 2:1-Anschlusstreffer einnetzte.
Jetzt galt es, für die verbleibenden drei Spiele Minuten noch einmal alle Kräfte zu bündeln. Die BTS-Mädels machten das einzige Richtige: sie spielten weiter konsequent nach vorne und erarbeiteten sich sogar noch weitere Chancen, um den Spielstand zu erhöhen. Letztlich blieb es beim 2:1, das dem Bayreuther Team einen 7. Platz in der Gesamtwertung der Süddeutschen Meisterschaft bescherte. Ein sehr schöner Erfolg für die Mannschaft und das Trainerteam Maxi Lüschow und Stefan Lischkowitz.

Emily Prechtl (TW), Paula Goebel, Carla Kraus, Hannah Kraus, Paula Kraus, Madeleine Napel, Lara Netscher, Deborah Schimmöller, Christine Schuster, Sarah Schuster

–mk

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