Mittendrin im Konzert der Großen

Die weibliche B-Jugend, also der Jahrgang 2002/2003 der Bayreuther Turnerschaft hat am 27. Januar an der Bayerischen Meisterschaft in der Münchener Bergson-Halle teilgenommen und wurde Vierter – für die BTS bedeutet dies zugleich den größten Erfolg eines Jugendteams seit rund 10 Jahren.

 

Unser Team in München!
Gespielt haben: Christine, Hannah, Deborah, Lara, Paula G., Paula K. (hintere Reihe)
Laura, Emily (Tor), Carla, Sarah, Nike, Lena (vordere Reihe)
Trainer: Stefan Lischkowitz (links, hintere Reihe), Max Lüschow (fehlt leider auf dem Foto),
Betreuer: Michael Schuster, Julia Prechtl (rechts, hintere Reihe)

Die weibliche B-Jugend, also der Jahrgang 2002/2003 der Bayreuther Turnerschaft hat am 27. Januar an der Bayerischen Meisterschaft in der Münchener Bergson-Halle teilgenommen und wurde Vierter – dennoch bedeutet dies für die BTS den größten Erfolg eines Jugendteams seit rund 10 Jahren. Zur Bayerischen Meisterschaft in der Hallensaison werden die beiden Topteams der Oberliga Nord und Süd zugelassen – die BTS hatte sich, nachdem man die Punkterunde in der nordbayerischen Oberliga auf dem zweiten Tabellenplatz abgeschlossen hatte, in der Endrunde Nord am 20. Januar gegen Schwabach und Würzburg durchgesetzt und hatte sich zusammen mit dem Team der HG Nürnberg, dem amtierenden Deutschen Vizemeister auf dem Feld, für die „Bayerische“ qualifiziert. 

Das Trainergespann Max Lüschow und Stefan Lischkowitz hatte angesichts des für die Mädchen ungewohnten Rahmens einer solchen Meisterschaft alle Hände voll zu tun, die Mädchen auf die zu erwartenden starken Gegner einzustellen. Doch zum Auftakt verpassten die BTS-Girls, die ihren Kader durch zwei A-Mädchen verstärkt hatten, trotz einer taktisch stabilen Mannschaftsleistung einen guten Start in das Best-of-4-Turnier. Sie verloren um mindestens ein Tor zu hoch mit 0:3 gegen das mit zahlreichen Bayernauswahl- und einer U16-Nationalspielerin gespickte Team der HGN, dem man eine Woche zuvor mit einem knappen 1:2 in der Endrunde Nord das Fürchten gelehrt hatte. 

Damit musste ein Sieg gegen den heimischen ESV München her, wollte man Platz 2 und damit die Qualifikation zur Süddeutschen Meisterschaft erreichen. Die ESV-Mädchen des Jahrgangs 2002/2003 sind zweifacher bayerischer Meister und seit Jahren das führende Team im Freistaat, was auch durch ein makelloses Punktekonto und ein astronomisches Torverhältnis von 59:3 in der Vorrunde Süd belegt wird. Und es schien alles nach Plan zu laufen für den ESV, der schnell mit 4:0 führte. War das junge BTS-Team einfach zu beeindruckt von den zahlreichen und lautstarken ESV-Fans? Die Antwort lag auf dem Parkett: mit einer frechen Einzelleistung gelang Paula K. kurz vor der Halbzeit der Anschlusstreffer zum 1:4. Wie ausgewechselt ging es nach der Halbzeit mit neuem Kampfgeist und neuer Taktik wieder aufs Parkett. Plötzlich drückend überlegen erspielten sich die BTS-Mädels Chance um Chance. Mitte der zweiten Halbzeit gelang Hannah mit einer sehenswerten Stecher-Ecke nach Vorarbeit von Deborah der zweite Anschlusstreffer. Die Bayreutherinnen erspielten sich nun Torchancen im Minutentakt, während sich der ESV immer mehr in den eigenen Schusskreis zurückzog. Aber trotz intensivsten Pressings und Powerplay auf das ESV-Tor stand entweder der Pfosten, die Latte und die ESV-Torhüterin im Weg. Ein sehenswerter Konter des ESV zum 5:2 drei Minuten vor Schluss besiegelte dann die Niederlage der BTS.

So ging es im letzten Spiel dieses Best-of-Four-Tages gegen die Jugend des Bundesligavereins Münchener SC, die bis dahin insbesondere kämpferisch beeindruckt hatte. Nur ein Sieg der BTS konnte aufgrund des schlechteren Torverhältnisses den dritten Platz sichern. Zur Halbzeit führte das BTS-Team durch ein Tor im Nachfassen von Hannah verdient mit 1:0. Doch die Freude zur Halbzeit wurde in der zweiten Halbzeit durch den Ausgleichstreffer des MSC zum 1:1 getrübt. Nun aber entfachten die BTS-Mädchen ein wahres Chancen-Feuerwerk. Mit einer Anzahl Tormöglichkeiten, die normalerweise für mehrere Ligasiege reichen, belagerten die Wagnerstädterinnen das MSC-Tor. Aber der Treffer wollte nicht fallen, und man landete auf dem undankbaren vierten Platz. 

Dennoch: Die Schützlinge von Max Lüschow und Stefan Lischkowitz spielten insgesamt ein begeisterndes und sehenswertes Hockey und zeigten, dass sie zurecht im Konzert der Großen dabei waren, ohne dass ein Unterschied in Qualität und Leistung erkennbar war. Am Ende war es wohl nur die  Erfahrung, die der noch sehr jungen Mannschaft fehlte, möglicherweise aber auch einfach nur das manchmal so notwendige Quäntchen Glück.

sl/mk

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